
FischGlasHaus (Universität Rostock)
Seit 2015 betreibt die Universität Rostock eine rund 1.000 m² große Aquaponik-Forschungsanlage, in der die kombinierte Produktion von Fisch und Gemüse unter realen Bedingungen untersucht und dokumentiert wird.
Bildung · Wissenschaftliche Grundlage
Erkenntnisstand
Aquaponik ist kein neues Versprechen, sondern ein seit Jahrzehnten wissenschaftlich untersuchtes Verfahren. Forschungsanlagen in Europa und darüber hinaus haben gezeigt, dass sich Fisch- und Pflanzenproduktion in einem geschlossenen Kreislauf technisch stabil betreiben lassen, mit sehr geringem Frischwasserbedarf und deutlich reduziertem Düngereinsatz.
Ebenso klar benennt die Forschung die Grenzen: Aquaponik ist technisch anspruchsvoll, energieabhängig und mit hohen Anfangsinvestitionen verbunden. Tragfähig ist sie bislang vor allem bei größeren Anlagen. Diese Ambivalenz gehört zu einer seriösen Betrachtung und ist zugleich unser Ansatzpunkt, Systeme wie Project Oasis gezielt weiterzuentwickeln.
Parallel liefert die Systemökologie, etwa die Forschung zu Permakultur, belastbare Belege dafür, dass regenerative Landnutzung Böden aufbaut und Biodiversität fördert. Beide Stränge zusammen bilden das wissenschaftliche Fundament unserer Arbeit.
Seriöse Wissenschaft benennt nicht nur die Stärken eines Systems, sondern ebenso klar seine Grenzen.
Referenzprojekte

Seit 2015 betreibt die Universität Rostock eine rund 1.000 m² große Aquaponik-Forschungsanlage, in der die kombinierte Produktion von Fisch und Gemüse unter realen Bedingungen untersucht und dokumentiert wird.

Das EU-geförderte Projekt INAPRO des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei entwickelte ein doppeltes Kreislaufsystem, das den täglichen Frischwasserbedarf auf unter 3 % des Systemvolumens senkte und in mehreren Ländern demonstriert wurde.

Die Forschungsgruppe Aquakultursysteme der ZHAW erforscht aquaponische Systeme unter anderem für den Einsatz in humanitären Kontexten und unterschiedlichen Klimazonen.

Das Aquaponik-Programm der UVI unter Dr. James Rakocy gilt als eines der weltweit prägendsten Grundlagenforschungsprogramme. Viele der bis heute genutzten Auslegungsprinzipien aquaponischer Systeme gehen darauf zurück.
Zukunftsperspektiven
Aquaponik und verwandte Kreislaufsysteme berühren einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: von der Klimaanpassung bis zur Ernährung im Weltraum.
Geschützte Kreislaufsysteme können Erträge auch bei Hitze, Dürre oder unfruchtbaren Böden stabilisieren und sind damit ein Baustein für Ernährungssicherheit in einer sich erwärmenden Welt.
Weil Aquaponik keinen fruchtbaren Boden benötigt, lässt sie sich in Städten und auf versiegelten Flächen betreiben und bringt Produktion näher an die Menschen.
Sensorik, Automatisierung und maschinelles Lernen machen Systeme effizienter und leichter bedienbar. Ein systematischer Forschungsüberblick wertete dazu 105 Primärstudien aus. Genau hier liegt auch unsere eigene technische Ambition für Project Oasis.
Bioregenerative Lebenserhaltungssysteme, von der NASA (CELSS) bis zu Konzepten für Aquakultur auf einer Mondbasis, untersuchen, wie sich Nahrung in geschlossenen Kreisläufen fernab der Erde erzeugen lässt.
Von der kleinen Einheit über Cluster bis zum Netzwerk: Wie sich dezentrale Systeme vervielfältigen lassen, ohne zentralisiert zu werden, ist ein aktives Forschungsfeld und zugleich ein Kernprinzip von Project Oasis.
Wie sich regenerative Landnutzung und Biodiversität gegenseitig stärken, zeigt die Permakultur-Forschung und ist ein Anknüpfungspunkt für die ökologische Einbettung unserer Anlagen.
Die Forschungslage ist da. Woran es fehlt, ist die Übersetzung in Anlagen, die tatsächlich Menschen ernähren.
Wissenschaftliche Begleitung kostet Geld, liefert aber die belastbaren Zahlen, auf denen jede Skalierung aufbaut.
Wir suchen den Austausch mit Hochschulen, Instituten und Fachleuten, auch für Abschlussarbeiten und Messreihen.
Zu Aquaponik kursieren viele unbelegte Zahlen. Dieser Seite gegen die Verbreitung solcher Zahlen zu helfen, ist auch schon etwas wert.