Bildung · Aquaponik

Ein Kreislauf, zwei Ernten.

Begriffserklärung

Was ist Aquaponik?

Aquaponik verbindet zwei Produktionsformen in einem geschlossenen Wasserkreislauf: die Aufzucht von Fischen (Aquakultur) und den bodenlosen Anbau von Pflanzen (Hydroponik). Das Wort selbst ist ein Kofferwort aus beidem.

Das Grundprinzip ist eine Symbiose. Fische reichern das Wasser mit Nährstoffen an, Bakterien wandeln das Ammonium in pflanzenverfügbares Nitrat um. Die Pflanzen nehmen es auf und reinigen dabei das Wasser, das zurück zu den Fischen fließt. So wird der Abfall des einen zur Ressource des anderen.

Anders als in der klassischen Aquakultur muss das Wasser nicht regelmäßig ausgetauscht und entsorgt werden. Anders als im Freilandanbau wird zudem kein fruchtbarer Boden benötigt und kaum externer Dünger.

Vertikale Hydroponik-Türme mit jungen Pflanzen vor einer Wand mit dem Schriftzug HYDROPONICS.
Schema einer Aquaponik-Anlage: aus dem Fischbecken fließt nährstoffreiches Wasser über den Filter zu den Pflanzenbeeten und von dort gereinigt zurück ins Becken.

Vorteile

Was Aquaponik auszeichnet

Die Stärken aquaponischer Systeme liegen in ihrer Ressourceneffizienz und ihrer Unabhängigkeit von idealen Standortbedingungen.

Sehr geringer Wasserverbrauch

Weil das Wasser im Kreislauf geführt wird, muss nur der Verlust durch Verdunstung und Pflanzenwachstum ersetzt werden. Bodenlose Kultursysteme benötigen laut FAO weniger als 20 % des Wassers des bodengebundenen Anbaus.

Nährstoffe im Kreislauf

Fischausscheidungen ersetzen einen großen Teil des mineralischen Düngers. Nährstoffe werden im System gehalten, statt ins Grundwasser ausgewaschen zu werden.

Kein fruchtbarer Boden nötig

Da die Pflanzen im Wasser wurzeln, funktioniert Aquaponik auch dort, wo Böden degradiert, versiegelt oder nicht vorhanden sind, etwa in urbanen Räumen.

Standortunabhängig

In einer geschützten Umgebung wie einem Gewächshaus lassen sich Erträge weitgehend unabhängig von Wetter und Klima stabilisieren.

Zwei Erträge auf einer Fläche

Fisch und Gemüse entstehen gemeinsam auf derselben Fläche und mit demselben Wasser, ein Vorteil gerade dort, wo Fläche und Wasser knapp sind.

Lokal betreibbar

Aquaponische Einheiten lassen sich dezentral vor Ort betreiben und verringern so die Abhängigkeit von langen Lieferketten.

Anwendung

Aquaponik in Project Oasis

In unserem Systemkonzept Project Oasis bildet Aquaponik den produktiven Kern. Innerhalb eines Geodom-Gewächshauses durchläuft das Wasser mehrere Stationen: Wassertanks mit Fischen, biologische Filter, in denen Bakterien die Nährstoffe umwandeln, Feststofffilter sowie Substratbeete und NFT-Rinnen, in denen die Pflanzen wachsen.

Die Geodom-Kuppel schützt die Anlage vor extremen Witterungseinflüssen und schafft ein stabiles Mikroklima. So lässt sich der aquaponische Kreislauf auch in klimatisch schwierigen Regionen betreiben, dort, wo klassische Landwirtschaft an ihre Grenzen stößt.

Wie dieser Kreislauf Station für Station funktioniert, zeigen wir auf der Projektseite in einer interaktiven Modell-Ansicht.

< 20 %des Wasserbedarfs von bodengebundenem Anbau (bodenlose Kultur, FAO)

Quellen

  1. Somerville, C. et al. (2014): Small-scale aquaponic food production: Integrated fish and plant farming. FAO Fisheries and Aquaculture Technical Paper No. 589. · Grundlage für die Angabe, dass bodenlose Kultur weniger als 20 % des Wassers des bodengebundenen Anbaus benötigt.

Aquaponik in echt

Das Prinzip ist erklärt. Was fehlt, sind Anlagen, die es dort umsetzen, wo Ernährung nicht selbstverständlich ist.

Bring einen Kreislauf zum Laufen.

Fischbecken, Filter, Pflanzflächen: Aquaponik braucht eine Anfangsinvestition, bevor sie trägt. Genau dort wirkt deine Spende.

Bring dein Fachwissen ein.

Verfahrenstechnik, Aquakultur, Gartenbau, Sensorik: ein laufendes System braucht mehr Kompetenzen, als ein kleines Team abdeckt.

Erklär es der nächsten Person.

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